5 volunteers for peace aus aller welt (schweiz, fankreich, hongkong, usa und deutschland) trafen sich in der mongolei, um den kindern eines waisenhauses zwei wochen englischnachhilfe zu geben. dachten sie.
doch bereits die adresse der unterkunft war
anders als in den unterlagen: statt in einem appartement downtown wurden wir per oeffentlichem bus in die outskirts verlagert, und zogen in eine voellig unmoeblierte zweiraumwohnung im achten stock einer idyllisch heruntergekommenen plattenbausiedlung. da wohnten nur schon 10 mongolische studentinnen. die quetschten sich ins wohnzimmer (erkennbar am fernseher). im anderen zimmer schlugen wir also auf 14 qm unser matratzenlager auf. ein glueck, dass unsere 6. frau kurzfristig absprang, die sechste matratze haetten wir unmoeglich unterbekommen - workcamp kommt von camping.
anders als in den unterlagen: statt in einem appartement downtown wurden wir per oeffentlichem bus in die outskirts verlagert, und zogen in eine voellig unmoeblierte zweiraumwohnung im achten stock einer idyllisch heruntergekommenen plattenbausiedlung. da wohnten nur schon 10 mongolische studentinnen. die quetschten sich ins wohnzimmer (erkennbar am fernseher). im anderen zimmer schlugen wir also auf 14 qm unser matratzenlager auf. ein glueck, dass unsere 6. frau kurzfristig absprang, die sechste matratze haetten wir unmoeglich unterbekommen - workcamp kommt von camping.auch der beginn der zwei wochen war offenbar flexibel zwischen donnerstag und montag. und so hatten wir erstmal ein wochenende zeit zum sightseeing und um uns an die enge und an die stadt zu gewoehnen. der schneesturm tat sein moeglichstes, um uns im haus zu halten - aber wir haben die zeit gut genutzt zu einem internationalen kochfestival (an tag zwei kam eine zweite kochplatte, teller und gabeln - wir sind ja bescheiden)
die wohl groesste "ueberraschung" war aber, das wir nicht im waisenhaus nachhilfe geben, sondern in einer mittelschule in einem mittelklasse-viertel das nachmittags-spielprogramm bestreiten sollten, da die waisenhaus-kinder noch mit einer japanischen volunteer-truppe zum ernte-einsatz auf dem land waren. aha...
offenbar geht es hier gar nicht um englisch lernen, sondern ums geld verdienen - der participation fee, der zur deckung von karger kost, kargem logis und hier offen gestanden auch karger organisation gedacht ist, ist doppelt so hoch wir sonst ueblich, und entspricht einem mongolischen monatseinkommen. hmmmmm.
ich bin von mongolischem organisation- und improvisationstalent ja schon einiges gewoehnt, aber da kamen uns dann doch irgenwann zweifel am sinn der veranstaltung und der redlichkeit der mongolischen partnerorganisation. eine palastrevolution spaeter waren wir am anfang der zweiten woche in einem normalen appartement
und hatten gelegenheit, den geschaeftsfuehrer zu befragen - und ueberraschung, es gibt fuer alles immer gute gruende: unser eigentliches appartement ist ein leihgabe eines auslandsmongolen, der dummerweise just zu dem zeitpunkt, als wir ankaman, spontan heimflog und dort uebernachten wollte. und unsere 160 euro sind das jahreseinkommen der studentinnen - allesamt ehemailge des staatlichen waisenhauses, die mit 18 ausziehen muessen, und die mit dieser unterstuetzung der volunteer-organisation zum beispiel englisch studieren koennen. und um das nicht zu schmaelern, haben sie uns aufgenommen. haetten sie ja auch gleich sagen koennen, oder?
jedenfalls waere uns die motivation sicher floeten gegangen, wenn wir nicht soviel spass mit den maedles in der schule und in der wohnung gehabt haetten.
und hatten gelegenheit, den geschaeftsfuehrer zu befragen - und ueberraschung, es gibt fuer alles immer gute gruende: unser eigentliches appartement ist ein leihgabe eines auslandsmongolen, der dummerweise just zu dem zeitpunkt, als wir ankaman, spontan heimflog und dort uebernachten wollte. und unsere 160 euro sind das jahreseinkommen der studentinnen - allesamt ehemailge des staatlichen waisenhauses, die mit 18 ausziehen muessen, und die mit dieser unterstuetzung der volunteer-organisation zum beispiel englisch studieren koennen. und um das nicht zu schmaelern, haben sie uns aufgenommen. haetten sie ja auch gleich sagen koennen, oder?jedenfalls waere uns die motivation sicher floeten gegangen, wenn wir nicht soviel spass mit den maedles in der schule und in der wohnung gehabt haetten.
erschuetternd ist das schon - die englischlehrinnen hier sind ehemalige russischlehrerinnen mit einem zweimonatigen aufbaustudium englisch. und um mit uns zu kommunizieren, brauchen sie einen uebersetzer. von den 25 kindern, die freiwillig an unserem englisch-nachmittagsprogramm teilnahmen, waren 5 besser als die lehrer (die hatten privatunterricht oder ein auslaendisches elternteil), und 10 waren trotz 4 jahren englischunterricht nicht mal in der lage, einen fastsatz wie "hello, my name is oona, i'm 15 years old" ohne schriftliche vorlage aufzusagen.
wie viel sinnvoller waere es, einen zweiwoechigen gratisworkshop mit den lehrern abzuhalten!
aber fuer solche workshops wuerden sich keine volunteers finden, sagte uns baatar, denn volunteers wollen waisenhaus.
alles eine frage der werbung.
autsch....
jedenfalls wurden wir von den 25 schuelern, allesamt ca 15 jahre alt, begeistert aufgenommen, und wir haben uns alle
erdenklich emuehe gegeben, ein paedagogisch halbwegs wertvolles nachmittagsprogramm abzuliefern - da kam uns sicher zur hilfe, dass matilde aus einem kleinen franzoesischen ort an der schweizer grenze im wahren leben in einem kinderhort als paedagogin arbeitet, dass faboila aus zuerich schon gefuehlte 17 workcamps dieser art mitgemacht hat, das lindsay aus seattle als sozialarbeiterin keine angst vor gar nichts hat und jeden schmarrn mitmacht und das oscar zwar aussieht wie ein mongolischer lausbub, aber in wahrheit eine pastrychefin aus hongkong mit haudrauf-humor ist. und dass ich mit brille eben einfach aussehe wie eine grammatik-lehrerin.
aber fuer solche workshops wuerden sich keine volunteers finden, sagte uns baatar, denn volunteers wollen waisenhaus.
alles eine frage der werbung.
autsch....
jedenfalls wurden wir von den 25 schuelern, allesamt ca 15 jahre alt, begeistert aufgenommen, und wir haben uns alle
erdenklich emuehe gegeben, ein paedagogisch halbwegs wertvolles nachmittagsprogramm abzuliefern - da kam uns sicher zur hilfe, dass matilde aus einem kleinen franzoesischen ort an der schweizer grenze im wahren leben in einem kinderhort als paedagogin arbeitet, dass faboila aus zuerich schon gefuehlte 17 workcamps dieser art mitgemacht hat, das lindsay aus seattle als sozialarbeiterin keine angst vor gar nichts hat und jeden schmarrn mitmacht und das oscar zwar aussieht wie ein mongolischer lausbub, aber in wahrheit eine pastrychefin aus hongkong mit haudrauf-humor ist. und dass ich mit brille eben einfach aussehe wie eine grammatik-lehrerin.
wir haben uns also ins zeug gelegt, jeden tag eine neues teenager-gerechtes thema serviert (von shopping ueber mode und klamotten, von "reden ueber gefuehle" bis zu backstreet-boys songtexten.), gewurzt mit albernen merk, sprech- und rollensspielen (stadt land fluss ist viel paedagogischer als ich dachte) und gekroent vom taeglichen highlight, dem mit charmant franzoesischem akzent moderierten werwolf-spiel. also zumindest als hortkraft koennt ich arbeiten, wenn die buchwerbung und ich nicht wieder zusammen finden (was ich aber auch noch nicht ausschliessen wuerde)zwischendrin gab es ein wirklich wunderbares wochenende, an dem wir mit hilfe eines
verschrobenen hollaenders aus der stadt gefluechtet sind - kaum waren wir im terelij natoinalpark aus dem minibus geklettert, durften wir einen pferdekarren besteigen, der uns durch sieben fluesse bis in ein idyllisch gelegenes ger-camp befoerderte.und drei kilometer hinter dem ger ist: nichts. in einem drei kilometer umkreis.
gar nichts. nur steppe.
puh - mir war vorher gar nicht klar gewesen, wie sehr mich ulaan baatar unter druck gesetzt hatte - all der laerm, der dreck, der verkehr, das ewige hupen, die staendige (berechtigte) angst vor taschendieben, die enge... ich hab vor glueck fast geweint.
der rest des wochenende verging mit schlemmen und reiten und ratschen und spielen und wandern und reiten (da koennte ich mich schon dran gewoehnen)und als wir sonntag abend zurueck mussten, war uns ganz klamm ums herz.
und der rest der woche in der schule verging im flug (u.a. dank palastrevolution - und weil mich eine durch die japanischen volunteers eingeschleppte grippe umwarf.) - und zum abschieb gabs von den schuelern eine typisch mongolische modenschau mit mongolischem snack (getrocknetem gesuesstem angesauertem querk - brrrh), viel gesang, heissen abschiedstraenen und herzzerreissende abschiedskarten, die sehr sorgfaeltig geschrieben wurden und vor fehlern dennoch nur so strotzen.
bert, dem hilfsbereiten hollaender, verdanken fabiola, lindsay und ich auch unseren naechsten trip: morgen fruh geht es mit khorloo, unserem neuerworbenen freund, uebersetzter und fahrer nocheinmal in richtung westen, bis in den tsaigan nur national park, nach karkorum und auch nach aivagkher, wo wir die buecherbruecke-bibliothek besuchen wollen.
khorloo jedoch ist genauso ein schlitzohr wie alle anderen fahrer dieser welt und besonders der mongolei. dank harter verhandlungen und haufiger erwaehnung des namens bert (einmal hab ich sogar drohend mein telefon gezueckt) konnten wir ihn schlussendlich zu einem anstaendigen preis festnageln, aber welche abenteuer uns bevorstehen, davon werde ich beim naechsten mal berichten.
und dann hab ich auch zeit, die fotos hochzuladen, versprochen! (erledigt)
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